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Personalmanagement in Zeiten des Fachkräftemangels

29. April 2009 - Persönliche Beziehungen, Web 2.0, intensives Networking – es sind derlei Dinge, die das Personalmanagement der Zukunft beschäftigen. Was für die einen kein unbekanntes Terrain mehr ist, ist bei anderen noch nicht aktiver Bestandteil des Rekrutierungsportfolios. Dabei steht der Fachkräftemangel bereits vor der Tür und wird die Schwelle derselben noch um einiges weiter übertreten, als er es ohnehin schon getan hat. Höchste Zeit konventionelle Mittel bei der Suche nach den „klugen Köpfen“ durch eine breite Palette neuer Ansätze zu ersetzen oder doch zumindest zu ergänzen.

Zu diesem Ergebnis kommt auch die Studie von Professor Armin Trost von der Hochschule Furtwangen. Der Personalakademiker und Lehrstuhlinhaber hat mit einer Untersuchung bei über 200 deutschen Unternehmen einigen Nachholbedarf diesbezüglich entdeckt. Einige erste Ergebnisse und Beispiele für neue Wege der Personalrekrutierung stellte er am vergangenen Dienstag auf einer Gemeinschaftsveranstaltung des IGZ Bamberg und der Wirtschaftsregion Bamberg-Forchheim vor.

Trost zufolge seien es nur die wenigsten Unternehmen, die sich tatsächlich als attraktive Arbeitgeber präsentierten und somit jungen Talenten einen Grund lieferten, warum diese für sie arbeiten sollten. Genau das aber sei in Zeiten des Fachkräftemangels von besonderer Bedeutung. Man müsse aktiver kommunizieren, was man zu bieten habe und sich vor allem auch in Bezug auf die wichtigsten Funktionen im Unternehmen zielgruppengenauer verhalten. Denn immerhin seien es die Positionen der Fachkräfte, die im Gegensatz zu anderen Funktionen spürbar schwerer zu besetzen seien.

„Stellenangebote als Teil der herkömmlichen Rekrutierungsmaßnahmen genügen schlicht und ergreifend nicht mehr. Wir müssen uns an den Gedanken gewöhnen, dass es nicht mehr die Unternehmen sind, die über eine Einstellung entscheiden, sondern die Kandidaten“, fasste Trost seine Ausführungen zusammen und entführte die rund 70 oberfränkischen Geschäftsführer und Personalleiter zum Abschluss seines Vortrages mittels der Geschichte von Thomas, dem Ingenieur auf eine Reise in eine etwas karikierte, jedoch im Kern auf den Punkt gebrachte Zukunft der Personalrekrutierung.

Praxisfallbeispiele lieferten die Personalleiter Norbert Gebhardt und Werner Kotschenreuther der Firmen Netzsch und Loewe. Sie zeigten den Gästen wie ihre Unternehmen bereits heute aktiv mit der Fachkräfteproblematik umgehen.

Gebhardt verwies darauf, dass Leistungs- und Werteversprechen eines Unternehmens auch umgesetzt werden müssten. Der Standort Oberfranken biete in vielerlei Hinsicht eine hervorragende Arbeits- und Lebensqualität, die es intensiver zu kommunizieren gelte.

„Wir dürfen nicht nur Jobs verkaufen, sondern müssen ganze Lebensräume anbieten, in denen auch Familie und Freizeit ihren Platz haben“, erläuterte Kotschenreuther schließlich die Strategie des Kronacher Unterhaltungselektronikherstellers.

Die Vorträge der Referenten sowie die Geschichte von Thomas dem Ingenieur finden Interessenten untenstehend als Download.

Vortrag Armin Trost
Vortrag Norbert Gebhardt (aufgrund der Dateigröße auf Anfrage)
Vortrag Werner Kotschenreuther

Thomas der Ingenieur

Bild: IGZ

Die Personen auf dem Bild von links nach rechts: Norbert Gebhardt (Personalleiter Netzsch), Konrad Bastian (Geschäftsführer IGZ), Werner Kotschenreuther (Personalleiter Loewe), Armin Trost (Professor der Hochschule Furtwangen), Andreas Rösch (Geschäftsführer WiR GmbH), Jennifer Naß (Regionalmangerin WiR GmbH).